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Cloud-Transitionen – Viele Wege führen in die Cloud

Cloud-Transitionen – Viele Wege führen in die Cloud
Der Weg in die Cloud ist für mehr und mehr deutschen Unternehmen ein großes Thema. Die entscheidende Frage ist dabei meist nicht mehr „Ob?“ sondern „Wie gehen wir am besten vor?“ – Die klassische Beraterantwort darauf lautet: „Es kommt drauf an.“

Worauf kommt es denn nun an? Nachdem einer unserer letzten Beiträge die Grundlagen zu den Transitionen in die Cloud erörtert hat, stellen wir heute die nicht ganz einfache Frage nach dem „Wie?“: Das Vorgehen bei jeder einzelnen Transition in die Cloud hängt von der Ausgangslage und den spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens ab. Dabei entstehen die unterschiedlichsten Transitionsansätze. Deutlich wird das an den folgenden zwei Beispielen.

Klara setzt auf Car-Sharing

Stellen wir uns Klara vor. Klara hat sich bewusst gegen den Kauf eines eigenen Autos entschieden. Den stolzen Anschaffungspreis spart sie lieber für andere Investitionen. Auch die Folgekosten für Benzin, Versicherung, Steuern und Stellplatz haben sie abgeschreckt. Mit Themen wie Reparatur, Wartung und Verschleiß möchte sie sich nicht beschäftigen. Dennoch sind ihr Mobilität, Unabhängigkeit und Flexibilität wichtig.

Klara setzt auf Car-Sharing. Die monatlichen Kosten sind im Vergleich zum Kauf und Unterhalt eines eigenen Autos überschaubar. Sie zahlt nur, wenn sie auch tatsächlich fährt. Um Fragen der Wartung muss sie sich keine Gedanken machen, den Service übernimmt der Car-Sharing-Anbieter. Klara muss sich auch nicht entscheiden, welches Auto sie für die nächsten Jahre fahren will. Sie hat die freie Wahl. Sie entscheidet selbst, ob aktuell ein Kleinwagen oder eine Limousine zu ihrer Situation passen.

Im Fall von Klara spielt das Auto selbst eine nachgelagerte Rolle spielt. Die Leistung soll zuverlässig konsumierbar sein und das Benutzen des Autos steht im Vordergrund.

Zurück zur Cloud…

Die Vorteile von Cloud-Applikationen sind denen von Car-Sharing sehr ähnlich. Pay as you go, Elastizität und Skalierbarkeit, OPEX statt CAPEX, Transparenz und Wiederholbarkeit, Self-Service, um nur einige davon zu nennen.

Je höher die Anforderungen an Flexibilität, Skalierbarkeit und Volatilität einer Applikation sind, umso mehr lohnt sich die Transition dieser in die Cloud. Eine Möglichkeit dazu ist der Nachbau der Applikation auf Basis von Cloud Native-Prinzipien. Auch der Ersatz der Applikation durch eine Software-as-a-Service-Lösung ist denkbar.

Doch nicht immer ist es so einfach - besonders dann nicht, wenn es um geschäftskritische IT-Applikationen geht.

Frank, der Auto Tuner

Nehmen wir nun Frank. Frank ist Autotuner. Über mehrere Jahres hinweg hat er sich Stück für Stück sein Wunschauto selbst zusammengebaut. Sein Auto ist nicht einfach nur ein Fahrzeug. Es ist ein wertvolles Einzelstück. Der Wert des Wagens steckt in seiner Historie. Über Jahre hinweg hat er sein Gefährt immer wieder individualisiert und modernisiert. Sein Auto stellt genau das dar, was für ihn wichtig ist. Die besten und geeignetsten Technologien verschiedenster Hersteller in einem Gefährt vereint. Ein Auto von der Stange kommt für Frank gar nicht in Frage. Dafür ist er aber auch bereit, für die notwendige Modernisierung immer wieder Zeit und Geld zu investieren.

Im Gegensatz zu Klara geht es Frank sehr wohl um „das“ Auto – nämlich sein eigenes. In seinem Auto steckt der Wert.

Zurück zu Cloud…

In vielen Unternehmen finden wir eine ähnliche Ausgangslage. Nicht selten steckt der größte und geschäftskritische Wert von Anwendungen in der historisch vorgenommenen Spezifizierung und Individualisierung.

In jeder IT-Landschaft findet man diese höchst spezifischen Individualapplikationen. Nicht alle dieser Applikationen sind ohne weiteres in die Cloud zu verlagern. Vor allem ältere Anwendungen müssen oft kosten- und zeitintensiv umgebaut werden, bevor sie auf einer Cloud-Plattform zufriedenstellend laufen. Die Angebote der Cloud Hyperscaler setzen hingegen auf Standards setzen - Verhandlungsspielraum in Betriebs- und Servicemodellen gibt es selten. Viele Unternehmen benötigen aber eine individuell gestaltbare Umgebung für ihre Spezial- und Individuallösungen und den dazugehörigen Services.

Ein Austausch oder Ersatz durch Standards kommt nicht in Frage, kostet den Wettbewerbsvorteil und oder wird als extrem riskant eingeschätzt.

In diesem Fall kann die bestehende (Teil-) Landschaft 1:1 auf ein modernes Cloud Level gehoben werden. Über einen virtuellen Connect, auch Layer-2-Stretch genannt, wird es möglich, ein bestehendes eigenes Rechenzentrum mit dem Rechenzentrum des Cloudanbieters zu verbinden. Applikationen können dann einzeln transferiert werden. Dabei müssen IP-Adressen nicht geändert werden. Der reibungslose Fortbetrieb wird also nicht gefährdet. Kurz gesagt wird dadurch der sukzessive Übergang in Cloud-Technologien möglich.

„Es kommt also darauf an.“

Klara und Frank sind nur zwei Beispiele. Die Ausgangslagen die in Unternehmen vorherrschen, sind so vielfältig wie die Unternehmen selbst. Transitionsberatung ist daher das A und O eines jeden Gang in die Cloud. Nur wer seine Ausgangslage kennt, kann effiziente Cloud-Entscheidungen treffen.


Über den Autor des Beitrags:

Kathrin Kleinschnittger

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