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Content Management in der Cloud – Raus aus der Skalierungsfalle

Content Management in der Cloud – Raus aus der Skalierungsfalle

Jeder Marketer wünscht sich nichts sehnlicher, als dass seine Kampagne „viral geht“. Doch was passiert, wenn all die Bemühungen um Storytelling, Videoproduktion, Social Media und Influencermarketing tatsächlich einschlagen wie eine Bombe? Hält Ihr CMS einem Ansturm auf Ihre Webseite stand?

Wie Influencer unsere IT beeinflussen

Kennen Sie Joyce, Lisa und Lena oder Bianca „Bibi“ Heinicke? Wenn nicht, gehören Sie entweder zu der Generation, die schon auf ein längeres Berufsleben zurückblickt oder Sie haben keine pubertierenden Kinder. Diese Damen sind sogenannte Influencer oder auch „Social Media Stars“ die in sozialen Netzwerken Themen aufgreifen oder Videos produzieren, die die Jungend interessieren. Im Falle von Lisa und Lena sind dies weltweit bspw. über 12 Millionen Follower auf Instagram. Und auch wenn Sie sie nicht kennen – Ihre Marketingabteilung sollte es.

Denn, welches Echo Influencer Marketing Kampagnen auslösen können, hat eine bekannte deutsche Drogeriemarktkette am eigenen Leib erfahren: Zusammen mit Bibi von „BibisBeautyPalace“ brachten sie vor einiger Zeit eine Duschschaumserie auf den Markt, die exklusiv in den Filialen des Drogisten vertrieben wurde. Kurz nach der Produktankündigung auf Bibis Youtube Channel wurden die Filialen vom vornehmlich jugendlichen Publikum gestürmt und die Produkte waren binnen weniger Stunden vollkommen ausverkauft.

Doch warum erzähle ich Ihnen das alles, geht es doch in diesem Blog um Cloud-Themen und IT-strategische Entscheidungen?

Werfen wir einen Blick auf die typische Customer Journey eines Interessenten, der sich über die Produkte informieren möchte, die ein Influencer im Auftrag einer Firma bewirbt. Im Regelfall landet er auf der Webseite des werbenden Unternehmens. Diese ist damit plötzlich mit einer ungewohnt, meist ungeplant hohen Anzahl an Anfragen konfrontiert.

Wenn der Traum von einer viralen Kampagne sich durch überlastete Server zum Alptraum eines jeden Marketers verwandelt, tritt übrigens der sogenannte „Slashdot Effekt“ ein.

Der Slashdot Effekt

Benannt ist der Effekt nach einem mittlerweile eingestellten Nachrichtendienst, der über andere Internetseiten berichtete und aufgrund seiner Verbreitung regelmäßig Webseiten großer Unternehmen zusammenbrechen ließ.

Neben erfolgreichem Marketing können natürlich auch andere Ereignisse den Effekt verursachen: Als 2010 etwa der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausbrach und damit den weltweiten Flugplan durcheinanderwirbelte, kapitulierten die Homepages zahlreicher Fluggesellschaften vor den Umbuchungsanfragen.

Auch sieben Jahre später, am vergangenen Black Friday, mussten viele Onlinehändler über Twitter oder Facebook die Kapitulation ihrer Online-Shops verkünden.

Wenn man dabei bedenkt, dass Amazon genau aus diesem Grund den Cloud-Dienst AWS gegründet hat, verwundert die Tatsache, dass mehr als eine Dekade seit Bestehen der Public Cloud-Angebote immer noch Webserver still stehen, wenn Anfragen ungeplant in die Höhe schießen.

Doch woran liegt´s?

Kollektive Prokastination und andere Ursachen

Am Markt ist eine immer stärkere Belastung der IT-Abteilung zu beobachten – bei größtenteils sinkenden IT-Budgets. Dem gegenüber stehen immer agilere Prozesse, z. B. im Marketingumfeld, wo viel experimentiert wird.

Als Konsequenz geht man bei der Aufarbeitung der Nachwirkung von temporären Ressourcenproblemen oft sehr schnell zum Tagesgeschäft über. Eine nachhaltige Beseitigung der Ursachen erfolgt nicht.

Einer meiner Kollegen hat für dieses Verhalten den Begriff „kollektive Prokastination“ geprägt – was so viel heißt wie „Wir müssten das Problem mal beheben!“, aber keiner tut´s.

Zusätzlich fehlt vielen Unternehmen das Wissen darüber, wie schnell sich so ein Problem nachhaltig lösen lässt: mit skalierbaren Ressourcen aus der Cloud. Und in den meisten Fällen muss dabei nicht einmal ein bestehendes Web-CMS ausgetauscht oder die Architektur der bestehenden Anwendung komplett überarbeitet werden.

Content Management in Containern

Bei dieser Lösung wird das gesamte bestehende CMS „as it is“ inklusive aller darunterliegenden Services wie Datenbank oder Betriebssystem in Containern von bspw. Docker oder Kubernetes in der Cloud bereitgestellt. Mit den meisten CMS ist das möglich.

Probleme können meist nur bei der Lizenzierung der Datenbank oder des Content Management Systems in der Cloud selbst entstehen.

Einige CMS-Hersteller nutzen Container-Technologien auch selbst um jene Systeme, die aufgrund ihres Alters nicht immer für den Cloud-Betrieb optimiert sind, in der Public Cloud bereit zu stellen. Alle großen Public Cloud-Anbieter unterstützen Containertechnologien und bieten hier einfach zu bedienende Betriebsszenarien an.

CMS aus dem Cloud Marktplatz

Eine Alternative zum Betrieb von Containertechnologien ist die Nutzung einer bestehenden CMS-Installation in den Marktplätzen der Public Cloud-Anbieter. Gerade Open Source Content Management Systeme finden sich dort in den unterschiedlichsten Ausprägungen und Versionen.

Die Vielzahl der angebotenen Images macht die Sache oft unübersichtlich: Die Leistungen und Konfigurationsmöglichkeiten hängen stark vom Herausgeber der vordefinierten Images ab.

In einem Punkt sind diese Angebote aber unschlagbar: Die Bereitstellung der Images läuft quasi auf Knopfdruck. So kann bei kurzfristig oder temporär benötigten Installationen für einzelne Landingpages oder Marketingaktionen der Blick in die Marketplaces der Anbieter lohnen.

Für bestehende Installationen ergibt sich allerdings immer die Notwendigkeit einer Migration in die Cloudlösung. Unter Umständen fallen die Aufwände dafür deutlich höher aus als bei der Bereitstellung über Containerdienste.

Einsatz von Cloud Native Lösungen

Ganze Webseiten können auch über die Azure Web Apps oder vergleichbare Dienste von anderen Public Cloud Anbietern bereitgestellt werden. Bei kleineren Installationen ist diese Lösung der Königsweg.

Wie bei Cloud Native-Lösungen üblich muss sich der Anwender hier keine Gedanken über Skalierbarkeit, Betriebssysteme oder Datenbanken machen, sondern kann auf die Architektur der Public Cloud-Anbieter vertrauen.

Nachteilig ist allerdings, dass hier – im Vergleich zu den anderen Alternativen – eine Lösung geboten wird, die nicht auf Content Management Systemen basiert. Vielmehr werden Technologien angeboten, um eine Lösung auf Basis verschiedener Programmiersprachen eigenständig zu erstellen.

Die Bandbreite der unterstützten Technologien unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Je nach verwendeter Technologie ergibt sich daraus eine gewisse Abhängigkeit zum Anbieter, ein sog. Vendor-Lock-in.

Für kleinere Auftritte oder analog zu den Marketplace Images verbirgt sich hier insbesondere bei der Betrachtung des TCOs über die gesamte Nutzungsdauer ein großes Potential: Das Abrechnungsmodell hier ist rein nutzungsbasiert. Verirrt sich also nach einer gewissen Laufzeit der Kampagne kaum noch ein User auf die Seite, fallen auch keine Kosten mehr an.

One more thing

Sie sind noch nicht überzeugt, dass die Cloud die richtige Lösung für den Aufbau Ihrer Webseiten sein kann?

Dann sei Ihnen gesagt, dass Sie hier auch latente Sicherheitsproblematiken, die in der Zusammenarbeit mit ganz verschiedenen Marketingagenturen entstehen, in den Griff bekommen können. So ist es nicht länger notwendig, von der Agentur produzierte Landingpages und damit Softwarecode für einzelne Aktionen auf Servern in Ihrer Infrastruktur zu hosten. Sie können dies – inklusive der Governance-Themen – in die Cloud verlagern.

Als weiteren Nebeneffekt ermöglicht Ihnen die Cloud, Ihr Content Delivery Network zu optimieren und Latenzzeiten für dynamische Inhalte durch globale Bereitstellung der Contents in mehreren Regionen zu minimieren. Alles zugunsten einer optimierten Customer Experience, egal ob der Interessent in Gelsenkirchen oder Adelaide sitzt.

 

Über den Autor des Beitrags:

Markus Krenn

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