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Digitale Transformation muss inspirieren. Microsoft Inspire 2018

Digitale Transformation muss inspirieren. Microsoft Inspire 2018

 

Microsoft Inspire – nur eine weitere Konferenz? Warum der Name? Wie will eine Konferenz mich ernsthaft inspirieren und unser Cloudgeschäft beflügeln? Diese Fragen schwirrten mir auf dem Weg nach Las Vegas zur größten Partnerkonferenz von Microsoft durch den Kopf. Und um das Fazit vorweg zu nehmen: Auf dem Rückweg war ich nicht nur müde und geschafft, sondern definitiv beeindruckt - und vor allen Dingen inspiriert.

Auch wenn viele den Begriff schon nicht mehr hören können: Wir befinden uns mitten drin, in der digitalen Transformation. Die Cloud ist dabei der Treiber schlechthin. Die Cloud disruptiert uns, ermöglicht rasend schnelle Entwicklungen, schafft ein riesiges Toolset für Innovationen und neue Geschäftsmodelle. Sie setzt uns unter Druck, schafft den nächsten Standard „aus der Steckdose“, schafft ab und schafft Neues.

Mit „Uns“ meine ich übrigens schlichtweg alle Unternehmen aller Branchen – vom Industrie-Marktführer bis hin zum produzierenden Mittelständler, den Laden an der Ecke und natürlich auch uns als IT-Dienstleister. Für den einen bedeutet die digitale Transformation neue Chancen und Möglichkeiten – und für den anderen eine ernste Herausforderung.

"Das mit der Cloud" geht nicht vorbei

Wer jetzt zustimmend nickt, findet nachfolgend meine persönlichen Erkenntnisse dazu, wie uns die digitale Transformation mit der Cloud gelingt.

Wer allerdings glaubt, „das mit der Cloud geht vorbei“ oder nur virtualisierte Server sieht, die nicht mehr im eigenen Rechenzentrum stehen, den lade ich herzlich ein, sich von mir und meinem Team überzeugen zu lassen. 

Transparenz bringt Geschwindigkeit

Die größte Partnerveranstaltung für Microsoft-Seller fand zusammen mit der größten Mitarbeiterveranstaltung von Microsoft statt. Das ist bemerkenswert, da unter allen Teilnehmern dieselben Informationen geteilt wurden. Sowohl Partner als auch Microsoft-Mitarbeiter wurden mit den gleichen Slides versorgt.  Die Ziele für 2018/ 2019 sind somit klar benannt und für alle transparent.

Mein Learning: Information Hiding kann man sich nicht mehr leisten.

Wie viel Energie und Zeit haben wir in der Vergangenheit verschwendet, um den Informationsgehalt je Zielgruppe zu reduzieren, Zahlen und Kalkulationen waren geheim. Nur Projektleiter kannten die Projektrisiken und relevanten KPIs. Zugriffe wurden Mitarbeitern nach Rolle und Aufgabe gewährt. Kaum einer, der nicht genervt fragen musste: „Ich habe keine Berechtigungen. Wer kann diese einrichten?“

Seit nun über zwei Jahren leben wir in unseren Cloudthemen die absolute Transparenz: Jede Kalkulation, jedes Planungsdetail und jeder Entwurf und Arbeitsstand ist für jeden im ganzen Unternehmen einseh- und auffindbar. Das hat natürlich den Administrationsaufwand reduziert. Vor allem aber kennt jeder nun die Hintergründe und Ziele. Dadurch sind im Team Kollegen über ihre eigentlichen Rollen und Aufgaben hinausgewachsen und haben so sich selbst als auch das ganze Team weiterentwickelt. Projekte in der Cloud werden kleinteiliger und setzen solche Transparenz und Geschwindigkeit voraus.

 Eine umfassende und breite Vision ist nötig

  • Projekt Natick. Ein Rechenzentrum im Meer zu versenken, hört sich erst wie Spielerei an – als wenn ein Tesla zum Mond geschossen wird. Doch auf den zweiten Blick ist die Idee genial: 50% der Weltbevölkerung mit noch mangelnder Internetverbindung in Küstennähe werden so direkt erschlossen.
  • Azure Stack. „Azure out of the Box“ für das eigene Rechenzentrum wirkt im ersten Moment befremdlich. Der größte Public Cloud Provider stärkt plötzlich Private Clouds? Dabei wird jedoch einen Lösungsweg präsentiert, der die ewigen Compliance-Bedenkenträger einfängt, eine perfekte Integration zur Public Cloud mitbringt und so echte hybride Lösungen mit allen Vorteilen der Public Cloud erlaubt.
  • Eigene Netze. Microsoft investiert hunderte Millionen in den Ausbau eigener Netze und wurde 2017 zu einem der größten Netzbetreiber weltweit. Das bedeutet Unabhängigkeit, Selbstständigkeit und Sicherheit – und stellt damit einen weiteren Pfeiler für die Zukunft, damit Cloud „aus der Steckdose“ kommt.

Die Liste solcher Projekte und damit Teilstücke einer umfassenden und breiten Vision kann ewig fortgeführt werden.

Mein Learning: Eine Vision basiert nicht auf Zahlen, sondern auf Inhalten.

Das mag keine Überraschung sein, aber wenn wir ehrlich sind, kennen die meisten nur eine >10% Wachstumsvision – oft ohne Inhalte. In der digitalen Transformation stottert der „10 %-Motor" jedoch und es sind wieder Visionen mit Inhalten gefragt.

Ein gemeinsames Ziel

Ist Ihnen das eine Ziel Ihrer Firma klar, auf das alle Bereiche und Mitarbeiter hinarbeiten? Das ewiges „Mehr“ an Umsatz und Gewinn ist dabei kein schlüssiges Ziel: Es ist nicht durch jeden Mitarbeiter inhaltlich zu entwickeln und stützt keine übergeordnete Vision. Bei Microsoft geht es um „Consumption“, die Nutzung von Azure. Das mag am Ende auch eine Zahlenvorgabe sein, aber dahinter steckt ein Inhalt, den jeder Mitarbeiter in seiner Rolle beeinflussen kann: Wird ein neuer innovativer PaaS entwickelt, wird ein Partner begeistert, wird ein neuer Kunde begeistert, wird Machine Learning oder Cognitive Services verbessert, so trägt alles dazu bei, dass Nutzungsgrad und Akzeptanz steigen und somit die Consumption von Azure steigt.

Mein Learning: Ziele sind nur sinnvoll, wenn jeder Mitarbeiter dazu beitragen kann.

Viele kennen sicher im eigenen Unternehmen mindestens eine weitere Abteilung, die ähnliche Aufgaben hat, einen Kunden oder Thema allein bedienen möchte oder sich einen Vorsprung zu anderen Bereichen im Unternehmen sichern will. Wenn ein Unternehmen gemeinsam auf ein (1) inhaltliches Ziel ausgerichtet ist, welches nicht nur aus Umsatz/Gewinn besteht, so ist jeder Mitarbeiter in der Lage, dieses Ziel zu unterstützen. Transparenz, Knowledge-Sharing, Kreativität, Selbstständigkeit machen auf einmal Sinn.

Zeit zum Lernen

591 Sessions in 3 Tagen. Unfassbar viele Beiträge von nur einem Cloud-Provider. Und dabei ging es noch nicht um Details.

Noch vor einigen Jahren hat es gereicht einmal pro Jahr alle Mitarbeiter mit der neuesten SQL Server-, SharePoint oder CRM-Version vertraut zu machen und alle zwei Jahre zu zertifizieren. Jetzt gibt es alle drei Wochen ein Update in jeder Cloud in jedem Feature-Bereich. Vor einem halben Jahr hatten die Bot-Services noch Schwächen? Jetzt sind sie hervorragend – nur niemand hat‘s gemerkt? Angesichts dessen muss sich unser gewohntes Lernverhalten bzw. die Ausbildung unserer Mitarbeiter fundamental ändern.

Mein Learning (1): Die Motivation kommt von innen.

Eigeninteresse und intrinsische Motivation sind dabei zwingend nötig, um ständig am Ball bleiben und wissen zu wollen, was es Neues gibt. Nur so können wir die beste Lösung für unsere Kunden und innovative Ideen schnell umsetzen. Mitarbeiter und Vorgesetzte, die auf die Anweisung zur „Schulung“ warten, werden nicht vorne mitspielen können.

 Mein Learning (2): Freiräume schaffen

Nun bin ich auf dem Rückflug, lasse die Eindrücke Revue passieren und denke an die nächste Woche: Zahllose Termine, Telefonkonferenzen und eigentlich keine Zeit, die gesammelte Inspiration umzusetzen.

Um weiter produktiv und vor allem kreativ zu arbeiten, muss ich mir und unserem Team Freiräume fest einplanen. Dass sich jeder selbstständig Freiraum nehmen kann, funktioniert im Alltag einfach nicht, wenn man sich nicht zwingt. Ich werde mir daher einen Tag pro Woche terminfrei blocken. Und für das Team organisieren, dass wir uns jeden zweiten Monat eine Woche gemeinsam an einem Standort treffen, das Tagesgeschäft auf 6 Stunden verkürzen und die übrige Zeit im Team zu nutzen: Wir werden neue Ideen besprechen, uns zu den neusten Features in Azure rund um Artificial Intelligence, Machine Learning, Cognitive Services, Blockchain austauschen oder in kleinen Hackathons Ideen direkt umsetzen.

 Digitale Transformation geht nicht nebenbei und ohne Strategie

Die aktuellen Technologieentwicklungen als Hype oder neue technische Plattform abzustempeln, halte ich für kurzsichtig und sogar gefährlich. „Das mit der Cloud“  geht nicht einfach vorbei. Transparenz, Vision und gemeinsame Ziele sowie Freiräume zum Lernen und Probieren: All diese Themen werden durch Cloud nötig, um in der Digitalen Transformation mithalten zu können und nicht abgehängt zu werden. Und Inspiration ist imminent wichtig, um Änderungen zu erkennen und Entwicklung anzustoßen. In diesem Sinne auf zur Microsoft Inspire 2019!


Über den Autor des Beitrags:

Mathias Lopass

 

Eine Antwort
  1. Hallo Mathias,
    danke für deinen spannenden Artikel!
    Ich hoffe, du kannst deine Ideen zu Motivation und Freiräumen auch erfolgreich einsetzen und weitere dafür begeistern.

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