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Geld sparen mit serverloser Architektur

Geld sparen mit serverloser Architektur
Ihr Unternehmen plant eine großangelegte Digitalkampagne zur Vermarktung eines neuen Produktes? Sie sind nicht sicher, ob die aktuelle Architekturlösung den Ansprüchen ihrer geplanten Kampagne gerecht werden kann? Bei einem Ausbau Ihrer Infrastruktur würden hohe Kosten auf Sie zukommen?

In diesem Blogpost stelle ich eine Alternative zur kurzfristigen Erweiterung der Webserver-Kapazität vor. Oft besteht gar keine Notwendigkeit, die eigene Infrastruktur durch Webserver, Datenbankserver oder Loadbalancer aufzustocken. Stattdessen werfen wir einen Blick auf die Angebote der Cloud-Provider und fragen uns, wie wir – am Beispiel unserer Marketingkampagne – Inhalte kosteneffizient und hoch performant für die Besucher unserer Homepage zur Verfügung stellen können.

Aktuelle Infrastruktur

Nehmen wir als erstes an, Ihr Unternehmen betreibt eine gut skalierte Webseite. Die dazugehörigen Webserver werden on premise, im Rechenzentrum eines Webhostinganbieters oder in der Cloud gehostet.

Serverless Architecture, Cloud Native
Standardarchitektur für den Betrieb einer Webseite

Die Abbildung zeigt, wie die Kunden derzeit von unterschiedlichen Orten über das Internet auf die Webseite zugreifen. Der Zugriff erfolgt über verschiedene Endgeräte und ist optimiert für alle üblichen Szenarien. In diesem Blogpost stelle ich zwei mögliche Hostingoptionen vor. Darüber hinaus gibt es natürlich noch eine Vielzahl von Architekturlösungen, die ich hier nicht bewerte. Diese Darstellung entspricht keiner vollständigen Bewertung, es handelt sich lediglich um Beispiele, mit deren Hilfe die Möglichkeiten der hohen Skalierbarkeit im Cloud-Hosting koloriert werden.

Option 1 – Traditionelles Hosting im Rechenzentrum

Die erste Option entspricht dem klassischen Setup in einem Rechenzentrum. Für das Unternehmen besteht die volle Kontrolle über die Infrastruktur: Die Hostingleistung basiert auf vertraglichen Regelungen oder auf dem Angebot eines Dienstleisters - so oder so werden die Inhalte dem Kunden von einem Standort aus zur Verfügung gestellt.

Option 2 – Cloudhosting

Alternativ dazu ist ein Szenario denkbar, bei dem die Inhalte über eine SaaS-Lösung wie eine WordPress Installation oder eine PaaS-Lösung wie einen Webserver, der auf einer virtuellen Maschine betrieben wird, bereitgestellt werden.

In diesem Setup steht die Unternehmenswebseite bereits als Cloudservice zur Verfügung. Sie ist damit – möglicherweise – georedundant und sorgt so für ein besseres Nutzererlebnis.

Erweiterungen des Leistungsumfangs für Marketing-Kampagnen

Die Webseite für unsere Marketingkampagne nutzt statisches HTML – für ein Contentmanagement-System besteht keine Notwendigkeit. Die Landingpage wurde ausschließlich für die initiale Produktvermarktung aufgebaut. Wenn die Kampagne ein Erfolg wird, erwarten wir eine Menge Klicks auf der zu diesem Zwecke kreierten Webseite.

Statt einen Webserver zu verwenden, setzen wir daher auf ein Content Delivery Network (CDN), um die Bereitstellung von Assets für unsere Endnutzer zu beschleunigen. CDN-Knoten befinden sich in der Regel viel näher an den Endnutzern als ein Webserver, daher ermöglichen sie schnellere Reaktionszeiten und bessere Nutzererfahrungen. Der Inhalt, der von einem CDN geliefert wird, wird auf kostengünstigem Speicherplatz vorgehalten.

Durch die weltweit verteilten CDNs sehen alle Endbenutzer eine schnelle Website. Damit lässt sich eine größere Nutzerbasis für die Zeit der Kampagne bedienen. Zusätzlich reduziert der Einsatz von CDNs Kosten, da es sich um eine serverlose Lösung handelt und kostengünstige Dienste genutzt werden.

Serverless Architecture
Temporäre Architektur für eine Marketingkampagne

Die Abbildung zeigt klar, dass es keine Rolle spielt, welchen Cloud-Anbieter Sie bei diesem Szenario wählen. Die Funktionalitäten sind ähnlich. Eine Komponente (Route 53 oder Traffic Manager) wird für eine URL konfiguriert, die dann vom nächstgelegenen CDN bedient wird.

Die Cloud-Anbieter erlauben es Ihnen, die Dienste nur für eine gewisse Zeit zu erwerben. Wenn also die Marketingkampagne nur zehn Tage läuft, wird auch nur für zehn Tage bezahlt. Die konfigurierten Dienste werden nachher abgebaut.

Das beschriebene Szenario verwendet kein CMS oder keine Web Services. Soll die Webseite um dynamisch generierte Inhalte erweitert werden, können App-Services neben den CDNs hinzugefügt werden.

Kosteneffizienz und Skalierbarkeit

Kosteneffizienz und Skalierbarkeit - in der Regel passen diese beiden Worte nicht zusammen. Durch die Nutzung von Cloud-Services ist es jedoch möglich, hoch skalierbare und kostengünstige Architekturen zu erstellen. Analysieren Sie Ihren spezifischen Geschäftsfall und passen Sie ihn an die verfügbaren Dienste an. Sie könnten zu einer Lösung kommen, an die Sie vorher nicht gedacht haben.


Über den Autor des Beitrags:

René Hézser

 

 

 


Wenn Sie diesen Beitrag auf Englisch lesen wollen, klicken Sie hier.

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