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Innovationsfeld "Daten"

Innovationsfeld "Daten"

 

Die Datenanalyse ist für Unternehmen kein ganz neues Thema, gleichwohl zählt sie zu den besonders dynamischen Segmenten im IT-Markt. Der Grund: Waren es in der Vergangenheit vor allem die operativen Daten (Transaktionsdaten zum Beispiel), so sind es heute Daten aus unterschiedlichen Quellen, die für die Analyse herangezogen werden. Wie unsere Befragung zeigt, machen vor allem Firmen, die sich als innovativ einschätzen, regen Gebrauch von neuen Datenquellen wie etwa Social Media, Videos und Sensoren.

PAC, Innovationen, Big Data Analytics

Die Datenanalyse hat sich zu einer unverzichtbaren Querschnittstechnologie entwickelt. Neben der reinen Auswertung von Daten spielt die Gewinnung von Erkenntnissen, das Erfassen von Zusammenhängen und Auffälligkeiten sowie die Unterstützung von Entscheidungen eine zentrale Rolle. Auf diese Weise vermag die Datenanalyse Unternehmen bei der Optimierung von Geschäftsprozessen, bei der Planung sowie bei der Risiko- und Folgenabschätzung zu unterstützen. Somit erweitert sich das Einsatzgebiet dieser Verfahren über die reine Auswertung von Geschäftsdaten hinaus: Vorhersagen in Bezug auf Bedarfe (Rohstoffe und Güter, Finanzen und Personal) und erzielbare Gewinne sowie Empfehlungen zur Preis- und Angebotsgestaltung zählen dazu.

Analyseverfahren bilden immer mehr die Grundlage für datengetriebene Geschäftsmodelle. Die Bereitstellung eines Produkts als Dienstleistung auf Basis einer nutzungsbezogenen Gebühr ist ein Beispiel dafür.

Engere Kundenbindung

Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten zählen beispielsweise der Vertrieb und das Marketing. Analysen der Daten aus CRM-Systemen, Informationen über das Verhalten von Besuchern auf Webseiten, E-Mails von Kunden sowie die Inhalte aus sozialen Medien bilden die Grundlage für ein umfassendes Verständnis des Kunden, seiner Anforderungen und seiner Bedürfnisse. Dies lässt sich ergänzen durch Informationen, wie Kunden Produkte und Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Je umfassender das Bild über den Kunden ist, desto gezielter und individueller können Firmen ihre Angebote gestalten, und zwar über unterschiedliche Kanäle hinweg. Vor allem für den Handel ist dies ein spannendes Thema.

Grundlage für Anwendungen des Internets der Dinge

Auch für Anwendungen aus dem Bereich des Internets der Dinge bildet die Datenanalyse die Grundlage. Daten von Maschinen sowie von Sensoren werden dafür gesammelt, aufbereitet und ausgewertet. Weitere in diesem Zusammenhang relevante Datenquellen sind Ereignisse (dies können etwa Meldungen über Störungen oder kontinuierliche Datenströme beispielsweise von Produktionsanlagen sein), Video- beziehungsweise Bilddaten. Dies lässt sich nutzen für die Überwachung der Qualität in der Produktion und für die vorausschauende Wartung von Maschinen und Anlagen (Predictive Maintenance).

Zudem bringt das Internet der Dinge eine neue Form der Datenanalyse hervor: Statt die Daten zentral zu sammeln und auszuwerten, erfolgt eine lokale Analyse im vernetzten Gerät oder der Maschine (Edge Analytics).

Evolution der Datenanalyse durch KI

Verfahren der künstlichen Intelligenz (KI) treiben Innovationen im Bereich der Datenanalyse. Die Automatisierung bei der Integration, Auswertung und Visualisierung von Daten zählt ebenso dazu wie das selbstständige Erkennen von Mustern und Zusammenhängen (Teil des maschinellen Lernens). Dies schafft einerseits neue Möglichkeiten in der Anwendung von Datenanalysen für unterschiedliche Geschäftsprozesse (höhere Automatisierung und Reduktion von menschlicher Interaktion) und eröffnet gleichzeitig neue Einsatzszenarien. Ein Beispiel hierfür ist das autonome Fahren, welches auf KI-basierter Analyse in Echtzeit aufsetzt.

Wer im Unternehmen den Einsatz von Datenanalysen vorantreibt

Häufig sind es die Fachbereiche in den Unternehmen, die Anwendungen der Datenanalyse vorantreiben. Dazu zählt beispielsweise das Finanzcontrolling, das seit jeher zu den intensiven Nutzern von Reporting und Datenanalysen zählt. Bezogen auf die Industriezweige sind es vor allem die Fachbereiche in den Firmen aus der Energiewirtschaft und den Medien, die sich als Treiber hervortun. Eine Besonderheit stellt die Fertigungsindustrie dar: In Unternehmen dieser Branche ist die Firmenleitung stärker als in anderen Industriesegmenten involviert, wenn es um den Einsatz von Datenanalysen geht.

Wie die Studienergebnisse zeigen, sind die größeren Unternehmen bereits intensiver damit beschäftigt, Informationen über die Nutzung von Produkten und Dienstleistungen auszuwerten. Darüber hinaus nutzen die Großbetriebe Geodaten häufiger, als es die kleineren Unternehmen tun. Solche Daten sind beispielsweise für die Steuerung von Fahrzeugflotten sowie für die Planung von Transportrouten nützlich.

Den geeigneten Ansatz finden

Die Einsatzgebiete für Datenanalyse sind breit gefächert. Doch nicht in jedem Unternehmen fällt es leicht, geeignete Einsatzszenarien zu identifizieren. Es herrscht keinesfalls ein Mangel an Daten, sondern eher ein Engpass bei den Ideen, wie sich vorhandene Informationen zum Nutzen des Unternehmens verwerten lassen. Aus diesem Grund kann es sinnvoll sein, wenn nicht die IT-Abteilung allein Einsatzszenarien erarbeitet, sondern dies gemeinsam mit den Fachbereichen und der Geschäftsleitung erfolgt – unterstützt durch externe Berater. Ein guter Startpunkt dafür sind jene Bereiche, in denen die Herausforderungen bzw. der Wettbewerbsdruck am größten sind, etwa was die Steigerung der Effizienz von Prozessen sowie die Kundenbindung anbelangt.

Zu den Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung gehören neben der Technologie auch die Qualifizierung und Weiterbildung der Mitarbeiter. Letztere müssen in der Lage sein, die Systeme anzuwenden, aber auch an die sich ständig wandelnden Anforderungen anzupassen beziehungsweise zu erweitern. Gern unterschätzt wird ferner die Bedeutung des Datenmanagements, zu dem auch die Sicherstellung der Datenqualität gehört.


PAC-Studie Innovationsfelder in Deutschland
Cloud, Big Data, IoT, künstliche Intelligenz, Blockchain – wie weit sind deutsche Unternehmen in der Umsetzung?

Arvato IT, Cloud, PAC Innovationsstudie

Dieser Frage ging das Marktanalyse- und Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Arvato Systems im Februar und März 2018 mit einer telefonischen Befragung zu Anwendungsfeldern, Investitionsplänen und Einstellungen zu den derzeit bestimmenden Themen der Digitalisierung – Cloud, Big Data, IoT, künstliche
Intelligenz und Blockchain – nach. Neben IT-Entscheidern wurden auch das Management und Fachabteilungen deutscher Unternehmen befragt, um unterschiedliche Sichtweisen zu betrachten.

Über den Autor des Beitrags:

Karsten Leclerque

 

 

Über PAC – a CXP Group Company:

Pierre Audoin Consultants (PAC) wurde 1976 gegründet und gehört seit Juni 2014 zur CXP Group, dem führenden unabhängigen europäischen Marktanalyse- und Beratungsunternehmen für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie sowie für Themen rund um die digitale Transformation. Wir bieten unseren Kunden umfassende Support-Services in der Bewertung, Auswahl und Optimierung ihrer Softwarelösungen sowie bei der Bewertung und Auswahl von IT-Dienstleistern und begleiten sie bei der Optimierung ihrer Sourcing- und Investitionsstrategien. Die CXP Group begleitet IKT-Entscheidungsträger bei ihrer digitalen Transformation. Schließlich steht die CXP Group Software- und IT-Dienstleistungsanbietern mit quantitativen und qualitativen Analysen sowie strategischer und operativer Beratung bei der Optimierung ihres Go-to-Market-Ansatzes zur Seite. Auch öffentliche Einrichtungen vertrauen bei der Entwicklung ihrer IT-Richtlinien auf unsere Studien. Mit 40 Jahren Markterfahrung, 17 Niederlassungen in weltweit 8 Ländern und 140 Mitarbeitern unterstützt die CXP Group jährlich mehr als 1.500 IKT-Entscheidungsträger und die operativen Unternehmensbereiche sowohl großer als auch mittelständischer Unternehmen und deren Provider. Die CXP Group besteht aus drei Gesellschaften: Le CXPBARC (Business Application  Research Center) und Pierre Audoin Consultants (PAC). Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf www.pac-online.com und folgen Sie uns auf TwitterLinkedIn oder unserem Blog.

2 Antworten
  1. Sehr geehrter Herr Leclerque,

    ich habe ein paar Fragen zum zweiten Diagramm:
    – Wie sind z.B. 22% bei Industrie/Fertigung zu verstehen? Ist das der Anteil der Unternehmen, die in den Innovationsfeldern mindestens ein Projekt umgesetzt haben? Oder nur eine Umsetzung vorhaben/diskutieren?
    – Wo sind Unternehmen aus der Finanzbranche?
    – Haben unterschiedliche Farben bei der Anzahl der Mitarbeiter eine Bedeutung?

    Ich finde es sehr toll, dass solche Umfragen durchgeführt werden und die Ergebnisse für alle kostenlos verfügbar gemacht werden. Vielen Dank für diese Arbeit!

    1. Hallo Frau Dobrikova,

      wir freuen uns, dass unsere Studie auf Ihr Interesse gestoßen ist.
      Die zweite Grafik des Beitrags bezieht sich allgemein auf die Teilnehmer der Studie. Befragt wurden insgesamt 112 IT-Entscheider sowie Mitarbeiter aus Management und Fachabteilungen deutscher Unternehmen aus den Fokusbranchen von Arvato Systems (Energie, Handel, Medien, öffentlicher Sektor & Gesundheitswesen). Die 22% beziehen sich auf den Anteil der Studienteilnehmer aus der Branche Industrie/ Fertigung. Da der Schwerpunkt der Studie auf konkreten Anwendungsfeldern, Zielen und Herausforderungen lag, wurden ausschließlich Unternehmen befragt, die entsprechende Lösungen bereits im Einsatz haben oder sich zumindest intensiv mit deren Nutzung beschäftigen.

      Beste Grüße
      Sarah Barteit (Arvato Systems Cloud Blog Admin)

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