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Innovationsfeld "Internet der Dinge" (IoT) – Wenn Daten einen wirtschaftlichen Wert entfalten

Innovationsfeld "Internet der Dinge" (IoT) – Wenn Daten einen wirtschaftlichen Wert entfalten

 

Das Internet der Dinge (Internet of Things; IoT) hat viele Facetten und ebenso viele, an Anwendungsfällen ausgerichtete Begriffe: Industrie 4.0 beschreibt die IoT-Anwendung in der Produktion, während Industrial IoT die IoT-Anwendung auf den gesamten Lebenszyklus physischer Produkte samt virtueller Begleitung (etwa den Digital Twin) erweitert. Connected Car, Smart Energy, Smart City, Smart Transport und Digital Health sind weitere spezifische IoT-Ausprägungen, hinter denen sich oft branchenübergreifende Lösungen verbergen. Die Liste der Begriffe ließe sich übrigens ohne Weiteres ausweiten.

Man mag diese Begriffsvielfalt amüsant oder übertrieben finden, sie hat aber einen ernst zu nehmenden Hintergrund. Schließlich ist jede Branche, deren Geschäftsmodell in irgendeiner Form mit physischen Waren und Gütern zu tun hat, in eigener Art und Weise vom Thema IoT betroffen. Einige sicherlich etwas stärker (wie etwa die Fertigung oder der Automobilbereich), andere deutlich weniger (z.B. der öffentliche Dienst).

Das Kernelement einer jeden IoT-Lösung in jeglicher Branche ist die Vernetzung von Anlagen, Maschinen, Produkten, Fahrzeugen, Gebäuden oder Gütern mit dem Ziel, Daten über den Zustand von Objekten und Umgebungen zu sammeln. Die Ableitung von Aktionen, die auf eine Auswertung der vielen Informationen folgt, ist dagegen sehr individuell und abhängig von Branche, Unternehmen und Anwendung.

IoT integriert eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien

Um eine sinnvolle und umfassende IoT-Anwendung zu implementieren, muss es Unternehmen also gelingen, eine Vielzahl unterschiedlicher Technologien zu implementieren und zu integrieren, beispielsweise Sensoren, Gateways, Übertragungsnetze, Cloud Computing, Storage, Data-Management-System, IoT-Plattformen sowie Analytics- und KI-Anwendungen. Der Begriff IoT beschreibt quasi die Integration aller erforderlichen digitalen Technologien mit dem Ziel, den Lebenszyklus physischer Waren mit Hilfe von Datenanalyse transparent zu machen.

Kein einfaches Ziel, sind doch Know-how, Investitionen, Veränderungsbereitschaft und neue Geschäftsprozesse erforderlich. Insofern ist es beachtlich, dass insgesamt 38% der Unternehmen, die an der vorliegenden Umfrage von Arvato Systems und PAC teilgenommen haben, sich bereits in irgendeiner Form mit dem Thema IoT beschäftigt haben. Fast jedes vierte Unternehmen (24%) hat bereits die Umsetzungsphase erreicht, weitere 8% der Befragten haben Pilotprojekte gestartet, 6% planen und evaluieren noch.

PAC, Innovationen, IoT, Internet of things

In der Wahl der Anwendungsfälle spiegelt sich die hohe Bedeutung des Maschinenbaus für die deutsche Wirtschaft wider (siehe oben). 35% derjenigen Unternehmen, die das Thema konkret verfolgen oder zumindest in die Diskussionsphase eingestiegen sind, haben bereits Lösungen für Predictive Maintenance umgesetzt. Dahinter verbirgt sich die Bestrebung von Unternehmen, Probleme in der Funktionstüchtigkeit eines Geräts, einer Maschine oder einer Anlage frühzeitig zu erkennen, so dass keine ungeplanten Produktionsausfälle drohen. Dazu werden vernetzte Sensoren installiert, die etwa Temperatur und Vibrationen messen. Analyseprogramme sollen Muster erkennen, die Hinweise darauf liefern, dass bestimmte Verschleißteile demnächst ausgetauscht werden müssen.

Viele konkrete Umsetzungen gibt es zudem in der Gebäudevernetzung (29%). Dies ist erklärbar damit, dass moderne Bürogebäude in der Regel sehr gut vernetzt sind (etwa Rollläden, Fahrstuhlsteuerung, Zugangskontrollen, Überwachungssysteme). Offen bleibt in diesem Zusammenhang, inwiefern die Daten ausgewertet und die Analysen verwendet werden, um Prozesse zu verbessern oder neu zu gestalten. Erste Beispiele dafür sind etwa eine nutzungs- und wetterabhängige Reinigungsfrequenz für Räume und Eingangshallen.

Breit gestreute Aktivitäten über viele unterschiedliche Branchen

Insgesamt zeigen die Nennungen der aktuellen und geplanten IoT-Anwendungsfälle eine gute Streuung über viele Branchen hinweg. Berücksichtigt man die Branchenverteilung der teilnehmenden Unternehmen, so ist ein überdurchschnittlich hohes Interesse in der Fertigung und in der Energiebranche erkennbar. Im Energiesegment ist der Hintergrund, dass die Branche sich inmitten eines (staatlich verordneten) Mammut-Projekts befindet, nämlich des schrittweisen und deutschlandweiten Ausbaus der Smart-Meter-Infrastruktur. Dadurch wird die Branche quasi per Gesetz ins IoT-Zeitalter katapultiert. Die Schattenseite dieses Vorgehens ist, dass den Energieversorgern nach wie vor die Ideen für durchschlagende und ertragreiche Geschäftsmodelle auf Basis von Smart-Meter-Daten fehlen. Zu dieser Einschätzung passt, dass die meisten Teilnehmer aus dem Energiesektor im Rahmen der Befragung angaben, sich in Bezug auf IoT noch in der Diskussionsphase zu befinden.

Mancherorts ist IoT nicht sinnvoll, sollte aber zumindest eruiert werden

Wie bereits erwähnt, wurden in der obigen Grafik nur solche Unternehmen berücksichtigt, die sich schon eine Meinung zum Thema gebildet haben, also den IoT-Einsatz diskutieren, ihn vorantreiben oder bereits Lösungen nutzen. Die Vielfalt und Vielzahl der darin dargestellten Aktivitäten darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein beachtlicher Teil der befragten Firmen noch gar keine IoT-Aktivitäten zeigt, nämlich 39%. Das ist ein bemerkenswerter Wert, weil nur solche Branchen befragt wurden, deren Geschäftsmodell eine Nähe zur IoT-Nutzung aufweist. Ausgespart wurden beispielsweise Banken und Versicherungen.

Natürlich ließe sich argumentieren, dass es auch unter der Befragungsgruppe Unternehmen gibt, in denen IoT-Anwendungen nicht sinnvoll sind, oder die zu klein sind, um entsprechende Lösungen implementieren und finanzieren zu können. Dies ist zwar richtig, setzt aber voraus, dass man sich Gedanken gemacht, sich mit dem Thema beschäftigt oder sich hat beraten lassen. Wer danach zu dem Ergebnis kommt, dass eine IoT-Lösung wirtschaftlich keinen Sinn ergibt oder über das Ziel hinausschießt, hat seine Hausaufgaben gemacht. Keine Option ist es hingegen, das Thema IoT zu ignorieren.


PAC-Studie Innovationsfelder in Deutschland
Cloud, Big Data, IoT, künstliche Intelligenz, Blockchain – wie weit sind deutsche Unternehmen in der Umsetzung?

Arvato IT, Cloud, PAC Innovationsstudie

Dieser Frage ging das Marktanalyse- und Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Arvato Systems im Februar und März 2018 mit einer telefonischen Befragung zu Anwendungsfeldern, Investitionsplänen und Einstellungen zu den derzeit bestimmenden Themen der Digitalisierung – Cloud, Big Data, IoT, künstliche
Intelligenz und Blockchain – nach. Neben IT-Entscheidern wurden auch das Management und Fachabteilungen deutscher Unternehmen befragt, um unterschiedliche Sichtweisen zu betrachten.

Über den Autor des Beitrags:

Karsten Leclerque

 

 

Über PAC – a CXP Group Company:

Pierre Audoin Consultants (PAC) wurde 1976 gegründet und gehört seit Juni 2014 zur CXP Group, dem führenden unabhängigen europäischen Marktanalyse- und Beratungsunternehmen für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie sowie für Themen rund um die digitale Transformation. Wir bieten unseren Kunden umfassende Support-Services in der Bewertung, Auswahl und Optimierung ihrer Softwarelösungen sowie bei der Bewertung und Auswahl von IT-Dienstleistern und begleiten sie bei der Optimierung ihrer Sourcing- und Investitionsstrategien. Die CXP Group begleitet IKT-Entscheidungsträger bei ihrer digitalen Transformation. Schließlich steht die CXP Group Software- und IT-Dienstleistungsanbietern mit quantitativen und qualitativen Analysen sowie strategischer und operativer Beratung bei der Optimierung ihres Go-to-Market-Ansatzes zur Seite. Auch öffentliche Einrichtungen vertrauen bei der Entwicklung ihrer IT-Richtlinien auf unsere Studien. Mit 40 Jahren Markterfahrung, 17 Niederlassungen in weltweit 8 Ländern und 140 Mitarbeitern unterstützt die CXP Group jährlich mehr als 1.500 IKT-Entscheidungsträger und die operativen Unternehmensbereiche sowohl großer als auch mittelständischer Unternehmen und deren Provider. Die CXP Group besteht aus drei Gesellschaften: Le CXPBARC (Business Application  Research Center) und Pierre Audoin Consultants (PAC). Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf www.pac-online.com und folgen Sie uns auf TwitterLinkedIn oder unserem Blog.

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