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Innovationsfeld "Künstliche Intelligenz"

Innovationsfeld "Künstliche Intelligenz"

 

Künstliche Intelligenz (KI) als Konzept ist nicht neu – bereits in den 50er Jahren führte der berühmte Mathematiker Alan Turing die ersten Tests basierend auf KI-Technologie durch. Bislang hatte das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung allerdings eher etwas von Hollywood und Science-Fiction als von wirtschaftlichem Nutzen. Zwar umfasst der Begriff KI verschiedene Themen – wie etwa Robotics, Machine Learning und Deep Learning – der Grundgedanke aber bleibt der gleiche: nämlich der Versuch, menschliche Wahrnehmung und menschliches Handeln durch Maschinen nachzubilden.

Fast 70 Jahre sind seither vergangen und aufgrund steigender Rechenleistung der Computer, stetig verbesserter Algorithmen und anhaltend wachsender Datenvolumen ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Thema KI seinen Weg letztlich auch in die Chefetagen deutscher Unternehmen geschafft hat. Dass KI die Zukunft sein wird, wird auch dadurch deutlich, dass Digital-Native-Unternehmen wie etwa Google, Amazon, Apple oder Baidu Milliarden in KI-Technologie pumpen und eine Trendwende nicht in Sicht ist.

Die Anwendungsbereiche sind breit gefächert, doch an der Umsetzung mangelt es

Auch wenn der Hype um KI derzeit sehr groß ist, sind Standardlösungen und ein damit verbundener Transfer in Richtung Mainstream noch immer in weiter Ferne. Zwar sind die Anwendungsbereiche von KI vielfältig (u.a. Erkennung von Mustern, Datenanalyse, Ableitung von Schlussfolgerungen und Erstellung von Prognosen), jedoch sehen die meisten Unternehmen die Anwendung von KI-basierter Technologie für ihr Business noch immer als nicht relevant an. So zeigen die Ergebnisse der vorliegenden Umfrage von Arvato Systems und PAC, dass Unternehmen zwar den Vorteil von KI beispielsweise im Bereich der Datenanalyse oder der Prozess-Automatisierung erkannt haben. Weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen hat jedoch solche in Frage kommenden Systeme bereits umgesetzt oder erste Pilotprojekte gestartet.

Die wenigen Unternehmen, die bereits Investitionen in KI getätigt haben, taten dies hauptsächlich mit dem Ziel, das Verhalten ihrer Kunden besser analysieren und dementsprechend personalisierte Angebote entwickeln zu können (25%). Dabei sind die Gründe für eine Investition in KI-Technologie nahe liegend: Effizienzsteigerung und damit verbundene Kostenreduktion, Verbesserung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen oder Verringerung von Sicherheitsrisiken, Fehlern und Ausfallquoten. Der Mehrwert von KI ist deutlich erkennbar und sogenannte „First Movers“ haben die Möglichkeit, große Vorteile für ihr Unternehmen zu erzielen.

PAC, Innovationen, Künstliche Intelligenz

Umsetzung von KI variiert je nach Branche und Unternehmensgröße

Auch wenn deutsche Unternehmen bei der Umsetzung von KI noch hinterherhinken, so ist zumindest absehbar, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis KI flächendeckend zum Einsatz kommt. Bereits heute gibt es große Unterschiede in der Umsetzung. So sind es laut Umfrage überwiegend kleinere Unternehmen, welche sich bereits in einer Umsetzungsphase befinden – nicht zuletzt gefördert durch kürzere Entscheidungswege und mehr Agilität.

Auch branchenübergreifend gibt es größere Unterschiede. Zwar standen im Mittelpunkt der Befragung nur die von Arvato Systems fokussierten Branchen Energie, Handel, Medien, öffentlicher Sektor & Gesundheitswesen, Industrie/Fertigung sowie Transport & Logistik, aber auch hier ließen sich Unterschiede ablesen. So ist es vor allem die Energiebranche, die gemäß der Ergebnisse unserer Befragung die neuartige Technologie bereits überwiegend im Einsatz hat oder sich in einer Diskussionsphase befindet. Dies ist allerdings nicht verwunderlich, wandelt sich die Branche doch schon seit Längerem von einem regulierten und stabilen Umfeld hin zu einem technologiegetriebenen, volatilen und komplexen Umfeld.

Was jedoch branchen- und firmengrößenübergreifend auffallend war, ist die Tatsache, dass eine Umsetzung von KI letztlich an fehlenden Ressourcen in der IT und im Fachbereich scheitert (58%). Dies ist weitestgehend jedoch keine große Überraschung, da Investitionen in KI-Technologie selbstverständlich auch Investitionen in Human Resources in der Form von neuem Personal und Trainings mit sich bringt.

KI ist eine große Chance – wenn man sich darauf einlässt

Mehrere Wirtschaftsprognosen haben bereits bestätigt, dass das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland durch den Einsatz von KI bis 2030 um schätzungsweise mehr als 4 Prozent steigen wird. Das Potenzial von KI ist somit mehr als deutlich. Damit Unternehmen dieses allerdings auch nutzen können, sind einige Vorbereitungen erforderlich.

Die Essenz von KI bilden Daten – diese müssen vorab verfügbar gemacht werden, was angesichts verschiedener Datenquellen und Unterschieden in der Qualität der Daten mitunter eine Herausforderung darstellen kann. Ratsam ist es auch, wenn nicht schon geschehen, eine Strategie bezüglich KI zu entwickeln. Dabei ist es ausschlaggebend, die größten Potenziale zu identifizieren: Ist es beispielsweise wichtiger, die Automatisierung von Prozessen voranzutreiben oder eher, bessere Vorhersagen treffen zu können? Es ist somit ratsam, einen umfassenden Ansatz zu wählen, der die Transformation der Technik, der Prozesse und das Arbeitsumfeld umfasst.

Auch wenn sich bereits ein Großteil der Unternehmen über die Wichtigkeit von KI im Klaren ist, so fehlt es hierzulande immer noch an Umsetzungsbereitschaft. Es stellt sich also die Frage, welche Unternehmen zuerst auf den KI-Wagen aufspringen, bevor sich das Gelegenheitsfenster bereits wieder schließt.


PAC-Studie Innovationsfelder in Deutschland
Cloud, Big Data, IoT, künstliche Intelligenz, Blockchain – wie weit sind deutsche Unternehmen in der Umsetzung?

Arvato IT, Cloud, PAC Innovationsstudie

Dieser Frage ging das Marktanalyse- und Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Arvato Systems im Februar und März 2018 mit einer telefonischen Befragung zu Anwendungsfeldern, Investitionsplänen und Einstellungen zu den derzeit bestimmenden Themen der Digitalisierung – Cloud, Big Data, IoT, künstliche
Intelligenz und Blockchain – nach. Neben IT-Entscheidern wurden auch das Management und Fachabteilungen deutscher Unternehmen befragt, um unterschiedliche Sichtweisen zu betrachten.

Über den Autor des Beitrags:

Karsten Leclerque

 

 

Über PAC – a CXP Group Company:

Pierre Audoin Consultants (PAC) wurde 1976 gegründet und gehört seit Juni 2014 zur CXP Group, dem führenden unabhängigen europäischen Marktanalyse- und Beratungsunternehmen für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie sowie für Themen rund um die digitale Transformation. Wir bieten unseren Kunden umfassende Support-Services in der Bewertung, Auswahl und Optimierung ihrer Softwarelösungen sowie bei der Bewertung und Auswahl von IT-Dienstleistern und begleiten sie bei der Optimierung ihrer Sourcing- und Investitionsstrategien. Die CXP Group begleitet IKT-Entscheidungsträger bei ihrer digitalen Transformation. Schließlich steht die CXP Group Software- und IT-Dienstleistungsanbietern mit quantitativen und qualitativen Analysen sowie strategischer und operativer Beratung bei der Optimierung ihres Go-to-Market-Ansatzes zur Seite. Auch öffentliche Einrichtungen vertrauen bei der Entwicklung ihrer IT-Richtlinien auf unsere Studien. Mit 40 Jahren Markterfahrung, 17 Niederlassungen in weltweit 8 Ländern und 140 Mitarbeitern unterstützt die CXP Group jährlich mehr als 1.500 IKT-Entscheidungsträger und die operativen Unternehmensbereiche sowohl großer als auch mittelständischer Unternehmen und deren Provider. Die CXP Group besteht aus drei Gesellschaften: Le CXPBARC (Business Application  Research Center) und Pierre Audoin Consultants (PAC). Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf www.pac-online.com und folgen Sie uns auf TwitterLinkedIn oder unserem Blog.

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