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Serverless – Die Zukunft der Anwendungsentwicklung

Serverless – Die Zukunft der Anwendungsentwicklung
Virtuelle Maschinen stehen für automatisierte Infrastruktur, niedrige Kosten und die Bereitstellung von Ressourcen mit hoher Geschwindigkeit. Container ermöglichen eine bessere Auslastung sowie belastbare, elastische Lösungen. Was aber passiert mit unseren Servern im Zeitalter der Cloud?

Die Administration von Servern ist ohne Frage aufwändig und nimmt viel Zeit in Anspruch. Falsche Konfigurationen führen nicht selten zu Systemausfällen. Kaum gepatchte Systeme können Datenverlust oder Schlimmeres verursachen.

Daher sind sowohl Skalierbarkeit und Fehlertoleranz als auch die Wartung des verwendeten Betriebssystems, das Patch-Management oder die Zugriffssicherheit permanent Themen, die einer großen Aufmerksamkeit bedürfen. Traditionell haben Unternehmen ganze Operation-Teams, die sich nur auf diese Aufgaben konzentrieren. Das ist allerdings nicht nur teuer, sondern führt auch oft zu Konflikten zwischen Entwicklung und Betrieb – worunter letztendlich die Schnelligkeit und Qualität der eigenen Releases leiden.

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Die Zukunft ist Serverless

Im Zeitalter der Cloud übernimmt der Cloud Service Provider (CSP) diese Vielzahl an Aufgaben: Neben der Bereitstellung von Servern werden zahlreiche Services wie die Sicherung der Umgebungen und das Patch-Management angeboten. Die CSPs stellen sicher, dass die Ressourcen skalierbar, hoch verfügbar und fehlertolerant sind.

Und das können sie ziemlich gut. Warum? Weil sie es müssen.

Ohne eine sichere und stabile Plattform werden CSPs nicht lange im Markt bestehen. Alle großen Cloud-Anbieter haben bspw. die aktuellen Spectre/ Meltdown-Schwachstellen in ihren Systemen beseitigt – und das sogar lange bevor diese öffentlich wurden. Verglichen mit einem normalen Setup – wie lange hätte es dort gedauert, solche Schwachstellen zu korrigieren? Wer seine Anwendung also auf einer Serverless-Infrastruktur laufen lässt, profitiert sofort von der Expertise und den Fixes der großen Cloud-Anbieter.

Elastizität der Anwendungen

Herkömmliche Systeme werden oft über die Maßen strapaziert, sodass sie bspw. den Traffic während der Feiertage oder bei Marketingkampagnen bewältigen können. Das heißt, Unternehmen zahlen ständig Geld für Ressourcen, die nur in einem sehr kurzen Zeitraum genutzt werden. Selbst mit einer automatischen Skalierung ist es heute nicht einfach, plötzliche und unvorhersehbare Traffic-Spikes zu verarbeiten – etwa wenn ein Produkt oder Artikel in den sozialen Medien viral geht. Die Planung der Ressourcengrößen unter Berücksichtigung des Risikos von Serverausfällen stellt IT-Verantwortliche vor eine Herausforderung.

Wer auf Serverless setzt, ist hier klar im Vorteil: Da der CSP für Bereitstellung und Skalierung zuständig ist, müssen Unternehmen keine Vorkehrungen für den nächsten Traffic-Spike treffen. Die CSPs sind hoch motiviert, den bestmöglichen Service zu bieten: Durch eine optimale Skalierung und Auslastung ihrer Infrastruktur steigern sie schließlich ihre eigene Gewinnmarge.

Pay-per-Use

Für wen ist der Einsatz von Serverless-Architekturen nun eigentlich sinnvoll: Sprechen wir hier nur von großen und beliebten B2C-Sites oder gilt Serverless auch für typische B2B- oder kleinere B2C-Anwendungen? Eine wesentliche Rolle bei der Beantwortung der Frage spielt das Bezahlkonzept: Pay by Use – d.h. der User zahlt nur für die von ihm verwendeten Ressourcen. Für Anwendungen, die nicht ständig mit Datenverkehr versorgt werden, entstehen damit enorme Kosteneinsparungen. Wenn eine Applikation bspw. nur während der Geschäftszeiten verwendet wird, fallen auch nur Kosten für diesen begrenzten Zeitraum an. Sollten in seltenen Fällen darüber hinaus User Zugriff benötigen, steht die Anwendung natürlich auch außerhalb der Geschäftszeiten zur Verfügung. Die Elastizität des Serverless-Konzepts ist also nicht nur von Vorteil beim Betreiben von Anwendungen mit hohen Zugriffsspitzen.

Arbeitet eine Anwendung mit konstanter Auslastung ohne viele Spitzen oder Ausfallzeiten, profitiert sie nicht von geringeren Laufzeitkosten auf Basis einer Serverless-Architektur. Wobei eine Serverless-Lösung für eine solche Applikation wiederum Vorteile bspw. bei der Entwicklungsgeschwindigkeit o.ä. bieten kann.

Serverless – auch eine Frage des Teams

Der Übergang von physischen Servern zu virtuellen Maschinen und zu Containern bietet uns eine Vielzahl von Chancen: Kostensparen durch verbesserte Auslastung, verkürzte Time-to-Market-Zyklen durch schnellere Bereitstellung, verbesserte Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit. Das Team, dass diese Umgebungen betreut, steckt aber noch immer einen erheblichen Aufwand in die Verwaltung und Wartung der Server – selbst wenn diese als VMs oder Containern bereitgestellt werden.

Mit Serverless-Technologien müssen sich Architekturteams nicht mehr um die Dimensionierung, Bereitstellung, Sicherung oder Skalierung der Infrastruktur kümmern. Bei der Implementierung von Serverless-Lösungen sind Automatisierung und Anwendungsarchitektur die Schlüssel zum Erfolg.


Über den Autor des Beitrags:

Patrick Ruhkopf

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