Zwischen Hype und Ablehnung - Wo stehen wir tatsächlich? Status Quo der Cloud-Nutzung in Deutschland - Teil 2: SaaS

Zwischen Hype und Ablehnung - Wo stehen wir tatsächlich? Status Quo der Cloud-Nutzung in Deutschland - Teil 2: SaaS
Die rasant zunehmende Digitalisierung aller Unternehmensbereiche verlangt von allen Fachbereichen, gleich ob Controlling, Marketing, Einkauf, Service oder Personal, bislang nicht gekannte Agilität und Flexibilität. Wie bewerten deutsche Unternehmen den Einsatz passender SaaS-Lösungen?

Die Entwicklung und Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen, ihre Vermarktung über eine Vielzahl von Kanälen, eine immer intensivere Vernetzung mit Kunden, Partnern und Zulieferern sowie die zunehmende Internationalisierung und steigende Mobilität der Mitarbeiter verlangen nach Softwarelösungen, die diesen immer schnelleren Wandel begleiten. Das Software-as-a-Service-Modell verspricht eben diese Vorteile.

In vielen Fällen wird die Cloud-Nutzung durch die IT-Abteilung vorangetrieben; sie nutzt insbesondere Infrastructure- und Platform-as-a-Service für den dynamischen Bezug von Rechenleistung und für das Entwickeln und Be­treiben von Anwendungen. Und auch „IT-affine“ Fachabteilungen nutzen zunehmend IaaS- und PaaS-Angebote für die Entwicklung eigener Anwendungen.

Weit geläufiger ist hier allerdings die direkte Nutzung Cloud-basierter Anwendungssoftware, also SaaS. Diese adressiert unmittelbar Business-Anwender aus dem Unternehmens-Fachbereich und verspricht die schnelle, kosteneffiziente und flexible Unterstützung der jeweiligen Kernprozesse. Gleichzeitig profitieren Nutzer von einem in der Regel endgeräte-, orts- und zeitunabhängigen Zugang zu dieser Software und den benötigten Daten. Da das Gros der Cloud-Lösungen noch recht jung ist, bieten die meisten Angebote zudem per se eine hohe Benutzerfreundlichkeit sowie integrierte Lösungen für die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, Kunden und Partnern.

Insgesamt machten Ausgaben für Software-as-a-Service laut PAC-Schätzungen noch im Jahr 2015 gerade einmal 10% der gesamten Software-Ausgaben in Deutschland aus. Dieser Anteil ist bereits heute auf 15% angestiegen. Und die Entwicklung wird sich weiter beschleunigen, nicht zuletzt auch aufgrund der stringenten „Cloud-First“-Strategie der wichtigsten Software-Anbieter, so dass wir bis 2020 von einem SaaS-Anteil an den Software-Ausgaben von über 30% ausgehen.

Für die aktuelle Studie haben wir die Unternehmensentscheider gefragt, in welchen Bereichen ihre Unternehmen heute bereits SaaS-Lösungen einsetzen, dies planen oder den Einsatz zumindest diskutieren:

PAC Studie Multi Cloud SaaS

Software-as-a-Service für fachbereichsspezifische Lösungen ist bereits weit verbreitet. 40% der kleineren und fast die Hälfte der Großunternehmen haben SaaS-Lösungen im Einsatz. Und lediglich 27% lehnen eine SaaS-Nutzung generell ab.

Fachspezifische Anwendungen und Collaboration dominieren die SaaS-Nutzung

Die großen SaaS-Anwendungsfelder lassen sich unterteilen in Marketing & Vertrieb, Rechnungswesen & Controlling, Personalwesen, Einkauf sowie, fachbereichsübergreifend, Produktivitätswerkzeuge & Collaboration.

  • Verantwortliche für Marketing, Vertrieb und Services stehen vor der Herausforderung, die kundenbezogenen Prozesse immer umfassender zu digitalisieren, etwa durch E- und Mobile Commerce, digitales Marketing oder Social Media. Verglichen mit vielen Backend-Prozessen verlangt CRM Innovationen in weit höherer Frequenz und Geschwindigkeit.
  • E-Commerce-Anwendungen – als „internetnahe“ Anwendungen per se sehr nahe am Cloud-Modell – waren unter den ersten Cloud-Lösungen überhaupt.
  • Aber auch z. B. Entscheidungsträger im Bereich Rechnungswesen & Controlling sind auf eine moderne Softwarelösung angewiesen, die durch die Mitarbeiter intuitiv zu nutzen ist, die Analyse und Reporting „auf Knopfdruck“ ermöglicht und die jederzeit den Steuervorgaben und den Anforderungen an das Berichtswesen entspricht, also immer auf dem neuesten Stand sein muss.
  • Personalverantwortliche stehen vor der Herausforderung, die Personalverwaltung, also z. B. Gehaltsabrechnung, Zeiterfassung, Reise­kosten, etc., möglichst effizient und stets den gesetzlichen und betrieblichen Vorgaben entsprechend umzusetzen. Aber gerade auch die strategischen HR-Bereiche wie Recruiting oder Mitarbeiterentwicklung bieten sich für das SaaS-Modell an. Ein signifikanter Anstieg der Investitionen in SaaS-Lösungen ist dementsprechend zu beobachten. Gerade durch den „1:n“-Charakter des SaaS-Konzepts kann z. B. für Aus- und Weiterbildung eine große Anzahl an Nutzern über eine Lösung angesprochen werden.
  • Ein zunehmend vernetztes Ökosystem aus Lieferanten und Partnern, sowie Transparenz und Effizienz der Prozesse, bestimmen die Ziele jeder Einkaufsorganisation, weshalb SaaS-SRM auch ein seit langem etablierter Markt ist. Einer der wichtigsten Anbieter, Ariba – heute Teil von SAP – begann bereits 1996 mit entsprechenden Aktivitäten.
  • Anwendungen wie Office, E-Mail, Videokonferenzen, Messaging, usw. werden von allen Unternehmensbereichen gleichermaßen genutzt. Der sowieso schon hohe Standardisierungsgrad dieser Anwendungen macht das SaaS-Modell leicht realisierbar. Viele Lösungen sind längst etabliert, darunter z. B. von Microsoft, IBM oder Cisco, aber auch von reinen Cloud-Anbietern wie Google oder Box. Die Microsoft-Lösung Office 365 ist ein gutes Beispiel für die Cloud-Strategie vieler Anbieter: Nutzer erhalten die Wahl zwischen inter­nem und Cloud-basiertem Bezug des integrierten Portfolios aus Produktivitäts- und Kollaborationslösungen. Aber gerade hier stellen der Plattformcharakter des Cloud-Modells sowie dessen Skalierbarkeit bezüglich Nutzern und Ressourcen einen entscheidenden Vorteil dar.

Branchenspezifische SaaS-Lösungen sind auf dem Vormarsch

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere horizontale und vertikale Lösungen im SaaS-Modell. Mehr als ein Viertel der Befragten bescheinigt bereits den Einsatz branchenspezifischer SaaS-Lösungen, fast 30% planen oder erwägen zudem deren Einführung.

Viele dieser SaaS-Lösungen sind sehr umfangreich und unterstützen sämtliche Prozesse einer Branche, andere konzentrieren sich auf einzelne Bereiche, eher als Erweiterung denn als Ersatz traditioneller Unternehmenssteuerungslösungen.

Und nicht selten setzen branchenspezifische Lösungen auf per se horizontalen SaaS-Angeboten auf (etwa von SAP) – ähnlich zu dem, wie man es aus dem etablierten Value-Added-Reseller-Markt kennt.

V. a. große Unternehmen sehen SaaS als strategische Softwareplattform

Etwas zurückhaltender sind die befragten Unternehmen bei SaaS als strategischer Software-Plattform. Aber der Vergleich mit vergangenen PAC-Studien ergibt, dass der Anteil der deutschen Unternehmen, die das SaaS-Modell potenziell als die strategische Softwareplattform des Unternehmens sehen, stetig zunimmt.

Die aktuelle Befragung zeigt, dass insbesondere größere Unternehmen die Zukunft im SaaS-Modell sehen – 35% der befragten Großunternehmen geben an, bereits heute ihre strategische Software-Plattform im SaaS-Modell zu beziehen. Offenbar werden die Vorteile des Modells hier höher gewichtet als die Einschränkungen, die sich v. a. aus dem hohen Standardisierungsgrad ergeben.


PAC Studie Multi Cloud Deutschland
Übersicht zu den Teilnehmern der PAC-Studie "Multi-Cloud in Deutschland"

Über den Autor des Beitrags:

Karsten Leclerque

 

 

Über PAC – a CXP Group Company:

Pierre Audoin Consultants (PAC) wurde 1976 gegründet und gehört seit Juni 2014 zur CXP Group, dem führenden unabhängigen europäischen Marktanalyse- und Beratungsunternehmen für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie sowie für Themen rund um die digitale Transformation. Wir bieten unseren Kunden umfassende Support-Services in der Bewertung, Auswahl und Optimierung ihrer Softwarelösungen sowie bei der Bewertung und Auswahl von IT-Dienstleistern und begleiten sie bei der Optimierung ihrer Sourcing- und Investitionsstrategien. Die CXP Group begleitet IKT-Entscheidungsträger bei ihrer digitalen Transformation. Schließlich steht die CXP Group Software- und IT-Dienstleistungsanbietern mit quantitativen und qualitativen Analysen sowie strategischer und operativer Beratung bei der Optimierung ihres Go-to-Market-Ansatzes zur Seite. Auch öffentliche Einrichtungen vertrauen bei der Entwicklung ihrer IT-Richtlinien auf unsere Studien. Mit 40 Jahren Markterfahrung, 17 Niederlassungen in weltweit 8 Ländern und 140 Mitarbeitern unterstützt die CXP Group jährlich mehr als 1.500 IKT-Entscheidungsträger und die operativen Unternehmensbereiche sowohl großer als auch mittelständischer Unternehmen und deren Provider. Die CXP Group besteht aus drei Gesellschaften: Le CXPBARC (Business Application  Research Center) und Pierre Audoin Consultants (PAC). Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf www.pac-online.com und folgen Sie uns auf TwitterLinkedIn oder unserem Blog.

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