Umsetzungsstrategien für die Multi-Cloud-Nutzung - Ohne externe Hilfe geht (fast) nichts

Umsetzungsstrategien für die Multi-Cloud-Nutzung - Ohne externe Hilfe geht (fast) nichts
Zum Abschluss unserer Studie haben wir nach Erwartungen gegenüber Cloud-Anbietern und den Umsetzungsstrategien zur Nutzung und Integration verschiedener Cloud-Lösungen gefragt, die sich nicht zuletzt aus den im letzten Beitrag beschriebenen Herausforderungen ergeben.

Konkret wollten wir wissen, in welchem Umfang die Umfrageteilnehmer die folgenden Strategien für Ihr Unternehmen als zutreffend erachten würden:

  • Alles aus einer Cloud: Verschiedene Lösungen sollten nach Möglichkeit direkt von ein und demselben Cloud-Betreiber bezogen werden, um die Komplexität bzgl. Technologie, Abrechnung etc. gering zu halten.
  • Alles aus einem Cloud-Ökosystem: Verschiedene Cloud-Lösungen sollten möglichst über das bestehende Ökosystem eines Cloud-Anbieters, etwa über dessen Cloud-Marktplatz, bezogen werden.
  • Interne Realisierung: Orchestrierung und Management verschiedener Cloud-Lösungen können weitgehend mit internen Ressourcen und dem Einsatz marktüblicher Tools umgesetzt werden.
  • Interne Realisierung mit externer Tool-Unterstützung: Für die Orchestrierung und das Management verschiedener Cloud-Lösungen sollte auf eine extern betriebene Cloud-Management- und ‑Integrations-Plattform zurückgegriffen werden.
  • Externe Beratung: Für die Orchestrierung und Integration verschiedener Cloud-Lösungen sollte mit externen Dienstleistern auf Projektbasis zusammengearbeitet werden.
  • Managed Services für Multi-Cloud-Umgebungen: Die Cloud-Lösungen unterschiedlicher Anbieter sollten durch einen zentralen Dienstleister orchestriert und in Form eines Managed-Services-Modells bereitgestellt werden.
  • Outsourcing: Das eigentliche Cloud-Management sollte durch einen Dienstleister erfolgen, der wiederum höherwertige Dienste bereitstellt, wie etwa Anwendungsentwicklung und/oder Anwendungsbetrieb.

Anforderung Dienstleister Cloud

Sehr deutlich wurde, dass für die Bewältigung der Komplexität von Multi-Cloud-Umgebungen in vielen Fällen auf externe Unterstützung zurückgegriffen wird.

Beratung: ja, Betrieb: vielleicht

Auf „externe Beratung“ stützen sich demnach mehr als 70% der befragten Unternehmen und dieser Wert lag im Falle aller betrachteten Provider bei mehr als der Hälfte der bestehenden Kunden. Bei einzelnen Plattformen, wie beispielsweise im Falle der SAP, liegt dieser Wert sogar bei über 90%.

Neben den Cloud-Lösungen auch darauf aufsetzende Dienste wie etwa Anwendungsentwicklung über denselben Provider in Anspruch zu nehmen – hier mit dem Begriff „Outsourcing“ verschlagwortet – bildet allerdings das Schlusslicht unter den vorgegebenen Strategien. Auch wenn weniger als 40% der Befragten dieses Konzept kategorisch ablehnen – offenbar gehört das vormals so verbreitete Komplett-Outsourcing tatsächlich mehr und mehr der Vergangenheit an. Nicht zuletzt der Cloud-Trend selbst, sondern auch die fortschreitende Digitalisierung und der damit steigende Stellenwert wirklich differenzierender IT-Lösungen für Unternehmen lassen „Best-of-Breed“-Sourcing- und Re-Insourcing-Strategien weiter an Bedeutung gewinnen.

Und auch „Managed Services für Multi-Cloud-Umgebungen“, also die Übernahme des Managements von Cloud-Plattformen, inkl. übergreifender Governance- und Security-Services, erfahren von unseren Umfrageteilnehmern einen eher unterdurchschnittlichen Zuspruch. Wobei diese Einschätzung recht signifikant unter den Kunden verschiedener Cloud-Plattformen variiert. Mehr als die Hälfte der Kunden von Amazon Web Services etwa und deutlich mehr als 40% der Google-Kunden bescheinigen diesem Modell eine hohe Nachfrage. Und auch 40% der bestehenden Telekom-Kunden erachten das Modell als valide. Insgesamt ist die Nachfrage nach Managed Services unter kleineren Unternehmen höher als bei großen, was sicher auch der internen Ausstattung mit Ressourcen und Kompetenzen geschuldet ist.

Für die Orchestrierung und das Management verschiedener Cloud-Lösungen auf eine extern betriebene Cloud-Management- und -Integrations-Plattform, hier kurz „interne Realisierung mit externer Tool-Unterstützung“ genannt, zurückzugreifen, erweist sich für relativ viele der Befragten als adäquate Strategie. Mit jeweils über 70% ist die Zustimmung bei IBM- und Oracle-Kunden – beide ja auch als Tool-Hersteller bekannt – am höchsten. Aber auch Telekom-Kunden bescheinigen diesem Modell ein hohes Potenzial.

Alles aus einer Hand

„Alles aus einer Cloud“ beziehen zu können, sieht mehr als die Hälfte aller Kunden als wünschenswert an. Ein Viertel bestätigt diesen Wunsch sogar durch ein „voll zutreffend“. Und gewiss ist eine Multi-Cloud-Nutzung innerhalb der einheitlichen technologischen und kommerziellen Welt eines Anbieters am einfachsten. Aber natürlich können dies auch nur jene Provider gewährleisten, die ein entsprechend breites Portfolio haben, weshalb diese Strategie in der Praxis mangels Vollständigkeit wohl nur selten umsetzbar sein wird. Die Einschätzung der Machbarkeit eines solchen Konzepts scheint in einigen Branchen ausgeprägter zu sein als in anderen: Während z.B. nur ein gutes Drittel der Energieversorger in unserer Stichprobe das Konzept als realistisch erachtet, bejahen es fast 70% der befragten Handelsunternehmen.

„Alles aus einem Cloud-Ökosystem“ zu beziehen, wird vergleichsweise etwas ambivalenter betrachtet. Interessant angesichts der Tatsache, dass die meisten Anbieter die Strategie verfolgen, über „Cloud-Marktplatz“-Strukturen ein möglichst umfassendes Portfolio, ergänzend zu den eigenen Lösungen, zu etablieren. Allerdings sind diese Angebote, obwohl durch einige Vorreiter wie Salesforce schon recht früh etabliert, oft noch sehr neu, weshalb es wohl oft schlicht noch an Erfahrungswerten fehlt. Vergleichsweise hohe Zustimmungswerte mit jeweils über 40%, finden sich hier insbesondere bei Kunden von Amazon Web Services, der Deutschen Telekom und Oracle.

Interessant ist, dass sich weniger erfahrene Nutzer von beiden Konzepten, also „alles aus einer Cloud“ und „alles aus einem Cloud-Ökosystem“, mehr erwarten, als dies bei erfahrenen Nutzern der Fall ist; hier zeigt wohl die Erfahrung, dass ein Provider nur selten tatsächlich alle Bedarfe abdecken kann.

Konzentration auf Kernkompetenzen

Eine rein „interne Realisierung“ traut sich zwar durchaus ebenfalls ein signifikanter Teil der Cloud-Kunden zu. „Unser IT-Team ist groß und kompetent genug – deshalb kann alles im Haus bleiben“, kommentiert etwa einer der Studienteilnehmer.

Aber auch das Sourcing als strategische Komponente der Cloud-Nutzung wurde betont. Der Bezug externer Lösungen kann die internen IT-Mitarbeiter von Routinetätigkeiten wie Wartung und Upgrades befreien, wodurch sie für wertschöpfende Aufgaben zur Verfügung stehen. Was einer der Teilnehmer wie folgt kommentierte: „Cloud im Allgemeinen war eine gute Investition, weil wir uns auf unsere Kernaufgaben konzentrieren können. Wir konnten bestimmte Aufgaben verlagern und haben dadurch eine bessere Planbarkeit der Kosten erzielt.“


PAC Studie Multi Cloud Deutschland
Übersicht zu den Teilnehmern der PAC-Studie "Multi-Cloud in Deutschland"

Über den Autor des Beitrags:

Karsten Leclerque

 

 

Über PAC – a CXP Group Company:

Pierre Audoin Consultants (PAC) wurde 1976 gegründet und gehört seit Juni 2014 zur CXP Group, dem führenden unabhängigen europäischen Marktanalyse- und Beratungsunternehmen für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie sowie für Themen rund um die digitale Transformation. Wir bieten unseren Kunden umfassende Support-Services in der Bewertung, Auswahl und Optimierung ihrer Softwarelösungen sowie bei der Bewertung und Auswahl von IT-Dienstleistern und begleiten sie bei der Optimierung ihrer Sourcing- und Investitionsstrategien. Die CXP Group begleitet IKT-Entscheidungsträger bei ihrer digitalen Transformation. Schließlich steht die CXP Group Software- und IT-Dienstleistungsanbietern mit quantitativen und qualitativen Analysen sowie strategischer und operativer Beratung bei der Optimierung ihres Go-to-Market-Ansatzes zur Seite. Auch öffentliche Einrichtungen vertrauen bei der Entwicklung ihrer IT-Richtlinien auf unsere Studien. Mit 40 Jahren Markterfahrung, 17 Niederlassungen in weltweit 8 Ländern und 140 Mitarbeitern unterstützt die CXP Group jährlich mehr als 1.500 IKT-Entscheidungsträger und die operativen Unternehmensbereiche sowohl großer als auch mittelständischer Unternehmen und deren Provider. Die CXP Group besteht aus drei Gesellschaften: Le CXPBARC (Business Application  Research Center) und Pierre Audoin Consultants (PAC). Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf www.pac-online.com und folgen Sie uns auf TwitterLinkedIn oder unserem Blog.

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