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Was steht der Innovation im Weg?

Was steht der Innovation im Weg?

 

Nach der bereits an früherer Stelle erwähnten Theorie des Soziologen Everett M. Rogers erfolgt die Entscheidung für oder gegen eine Innovation, nachdem man von ihr im positiven bzw. negativen Sinn überzeugt wurde. Entscheidend hierfür sind Aspekte wie

  • die relative Vorteilhaftigkeit der Innovation
  • die Kompatibilität der Innovation mit Vorhandenem
  • die Komplexität der Innovation
  • die Möglichkeit, die Innovation vor der Implementierung testen zu können, sowie
  • die allgemeine Beobachtbarkeit der Innovation bzw. deren Implementierung

Die relative Vorteilhaftigkeit der betrachteten Innovationsfelder ist je nach Thema mehr oder weniger erkannt, wie wir in den vorangegangenen Beiträgen diskutiert haben. Verfolgte Ziele der entsprechenden Implementierungsstrategien erstrecken sich von Qualitäts- über Effizienzsteigerung bis hin zu einem besseren Kundenverständnis.

Voraussetzungen, damit eine Innovation angenommen wird

Einige der betrachteten Innovationsfelder, wie Analytics oder Cloud Computing, haben bereits eine gewisse Marktreife erlangt, so dass zumindest für bestimmte Einsatzgebiete auch bereits Erfahrungswerte vorliegen – eine allgemeine Beobachtbarkeit also gegeben ist. Ein großer Vorteil Cloud-basierender Angebote ist zudem, dass diese im Vorfeld einer Implementierung oft „ausprobiert“ werden können. Komplexität und Kompatibilität sowie wirklich neue Einsatzgebiete scheinen hier die größten Hürden zu sein.

Themen wie Blockchain oder künstliche Intelligenz stehen dagegen noch weitgehend am Anfang. Hier gibt es bislang nur wenige „Lessons Learned“ oder gar „Best Practices“, so dass die Entscheidung für oder gegen eine Nutzung deutlich schwerer fällt. Auch ein konkreter „Return on Investment“ lässt sich in manchen Bereichen nur schwer vorab bestimmen. Dass fast 90% der befragten Experten zu hohe Kosten als Herausforderung sehen, wenn es um die Nutzung neuer Technologien geht, geht daher sicher nicht selten Hand in Hand mit einem fehlenden überzeugenden Business Case.

An Ideen für Einsatzgebiete der neuen Technologien scheint es grundsätzlich aber nicht zu mangeln. Auch wenn 44% der befragten Entscheider sagen, fehlende Ideen für potenzielle Einsatzgebiete seien eine gewisse Herausforderung, sehen gerade einmal 16% mangelnde Anwendungsfelder als große Herausforderung.

Und auch zu geringe Managementunterstützung scheint in der Stichprobe insgesamt eine weniger ausgeprägte Hürde zu sein. Wobei das Bild in Unternehmen, die sich selbst als konservativ bezeichnen, ein etwas anderes ist: Dort sehen ganze 87% das Management als „Bremser“ von Innovation.

PAC Innovationsfelder in Deutschland, Herausforderung

Komplexität und Kompatibilität: die größten Hürden einer Umsetzung

„Zu hohe Komplexität der Implementierung einer Innovation“ stellt für 85% der Befragten eine Hürde dar. Zum einen handelt es sich in der Regel um neue – und sich schnell weiterentwickelnde – Technologien. Zum anderen fehlen Unternehmen häufig die Fachkräfte, um mit der Technologie Schritt zu halten.

Die Befragung hat gezeigt, dass fast ein Viertel der Unternehmen entsprechend in den Ausbau oder die Weiterbildung des internen Fachpersonals investiert, bei der Implementierung aber auch intensiv mit externen Dienstleistern zusammenarbeitet. Denn fehlende Ressourcen, sowohl im Fach- wie auch im IT-Bereich, sehen fast 60% der Umfrageteilnehmer als große Herausforderung an, wenn es um die Implementierung innovativer Technologien geht. Und gerade einmal 6 bzw. 8% betrachten dies überhaupt nicht als Herausforderung.

Gerade bei technologischer Innovation, die tiefgreifende Implikationen auf viele Prozesse des Unternehmens hat, ist die Kompatibilität mit sozialer Norm und Organisation in der Regel ebenso relevant wie die rein technologische.

Organisatorische Hürden/kulturelle Anpassungen sehen 75% der Befragten als Herausforderung, direkte „Bedenken bzgl. Interoperabilität mit bestehenden Systemen“ haben sogar über 80%.

Bedenken bzgl. Sicherheit und Compliance – also sozusagen die „Kompatibilität mit bestehender Regulierung" – sind erfahrungsgemäß gerade in Deutschland besonders ausgeprägt und rückten mit der in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung noch weiter in den Fokus. Entsprechend stellen diese für fast 90% der Befragten eine Herausforderung dar.

Insgesamt gibt es bezüglich des Stellenwerts der befürchteten Hindernisse kaum Unterschiede zwischen größeren und kleineren Unternehmen und auch die verschiedenen Rollen im Unternehmen – IT und Non-IT – scheinen sich weitgehend einig.


PAC-Studie Innovationsfelder in Deutschland
Cloud, Big Data, IoT, künstliche Intelligenz, Blockchain – wie weit sind deutsche Unternehmen in der Umsetzung?

Arvato IT, Cloud, PAC Innovationsstudie

Dieser Frage ging das Marktanalyse- und Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Arvato Systems im Februar und März 2018 mit einer telefonischen Befragung zu Anwendungsfeldern, Investitionsplänen und Einstellungen zu den derzeit bestimmenden Themen der Digitalisierung – Cloud, Big Data, IoT, künstliche
Intelligenz und Blockchain – nach. Neben IT-Entscheidern wurden auch das Management und Fachabteilungen deutscher Unternehmen befragt, um unterschiedliche Sichtweisen zu betrachten.

Über den Autor des Beitrags:

Karsten Leclerque

 

 

Über PAC – a CXP Group Company:

Pierre Audoin Consultants (PAC) wurde 1976 gegründet und gehört seit Juni 2014 zur CXP Group, dem führenden unabhängigen europäischen Marktanalyse- und Beratungsunternehmen für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie sowie für Themen rund um die digitale Transformation. Wir bieten unseren Kunden umfassende Support-Services in der Bewertung, Auswahl und Optimierung ihrer Softwarelösungen sowie bei der Bewertung und Auswahl von IT-Dienstleistern und begleiten sie bei der Optimierung ihrer Sourcing- und Investitionsstrategien. Die CXP Group begleitet IKT-Entscheidungsträger bei ihrer digitalen Transformation. Schließlich steht die CXP Group Software- und IT-Dienstleistungsanbietern mit quantitativen und qualitativen Analysen sowie strategischer und operativer Beratung bei der Optimierung ihres Go-to-Market-Ansatzes zur Seite. Auch öffentliche Einrichtungen vertrauen bei der Entwicklung ihrer IT-Richtlinien auf unsere Studien. Mit 40 Jahren Markterfahrung, 17 Niederlassungen in weltweit 8 Ländern und 140 Mitarbeitern unterstützt die CXP Group jährlich mehr als 1.500 IKT-Entscheidungsträger und die operativen Unternehmensbereiche sowohl großer als auch mittelständischer Unternehmen und deren Provider. Die CXP Group besteht aus drei Gesellschaften: Le CXPBARC (Business Application  Research Center) und Pierre Audoin Consultants (PAC). Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf www.pac-online.com und folgen Sie uns auf TwitterLinkedIn oder unserem Blog.

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