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Management, IT, Fachbereich – Wer treibt die Innovation voran?

Management, IT, Fachbereich – Wer treibt die Innovation voran?

In Bezug auf Digitalisierung ist häufig von „Wetten auf die Zukunft“ die Rede. Neue Ideen sollen schneller entwickelt, getestet und bei mangelndem Erfolg auch schnell wieder verworfen oder angepasst werden können. Dabei geht es mehr um Agilität und Innovation denn um vollkommene Planungssicherheit. Doch wer im Unternehmen „wettet“?

Bei Cloud- und SaaS-Anwendungen ist die IT-Abteilung treibende Kraft

Themen wie Cloud, Analytics/Big Data, künstliche Intelligenz, Internet der Dinge und Blockchain sind zwar IT-nahe Themen, sie haben aber weniger die reine Unterstützung des Kerngeschäfts zum Ziel wie bei der klassischen IT üblich, sondern sollen vielmehr helfen, das Kerngeschäft zu innovieren.

Infolgedessen ist lediglich bei Cloud- und SaaS-Anwendungen die IT-Abteilung wirklich maßgeblich treibende Kraft. Wobei dies sicher auch daran liegt, dass hier historisch die Budgets für diese IT-nahen Leistungen eindeutig verortet sind – Fachabteilungen jeglicher Couleur, von der Personalentwicklung über Produktion bis Vertrieb, stellen trotzdem oft die „Nachfrageseite“ dar, wie die Befragung gezeigt hat.

Management und Fachbereiche als Quelle der Innovation

Bei allen anderen Themen sind Management und Fachbereiche mindestens Initiatoren und nicht selten auch die finanziellen Stakeholder der Investition. Hier geht es schließlich auch darum, Kerngeschäftsprozesse effizienter zu gestalten oder gänzlich neue Geschäftsfelder zu erschließen.

PAC Innovationsfelder in Deutschland IT Fachbereich Management

 

Analytics-/Big-Data-Anwendungen sind bei fast 50% der befragten Unternehmen bereits umgesetzt. Entsprechende Investitionen werden aber insbesondere durch die Finanzverwaltung vorangetrieben, scheinen also nach wie vor nahe am „traditionellen“ Reporting der Finanzkennzahlen zu sein. Aber auch Marketing und Vertrieb sind wichtige Stakeholder. Auch die Produktion sowie spezielle Bereiche wie Energiedatenmanagement wurden genannt.

Das Thema IoT – immerhin von einem Drittel der Befragten zumindest zu Teilen bereits umgesetzt – treiben (weniger überraschend) v.a. die Produktions- und Ingenieursbereiche der Unternehmen voran. Ebenso häufig wurden allerdings (etwas überraschender) Marketing und Vertrieb als Vorreiter genannt. Signifikante Fachbereiche sind hier auch Netz- und Infrastrukturbetrieb sowie Gebäudemanagement.

Künstliche Intelligenz steht für 50% der Befragungsteilnehmer noch gar nicht auf der Agenda, weitere 20% befinden sich noch in einer „frühen Diskussionsphase“. Wie breit potenzielle Einsatzgebiete für die künstliche Intelligenz aber sind, zeigt sich an der Vielfältigkeit der Nennungen, welche Akteure das Thema neben der IT maßgeblich im Unternehmen vorantreiben: Am häufigsten genannt wurden Vertrieb und Marketing, gefolgt von Fertigung und Logistik, sowie Verwaltung und Controlling. Hinzu kommt eine große Bandbreite an Akteuren aus sehr spezifischen Bereichen wie Entwicklung, Verkehrsplanung, Netzbetrieb oder Klinikmanagement, bis hin zu Querschnittsfachbereichen wie der Automatisierung des Gebäudemanagements, Energiemanagement oder Naturschutz. Aber auch dedizierte „Digital Offices“ bzw. ein „Fachbereich für Innovation“ wurden genannt.

Blockchain ist derzeit für gerade einmal ein Viertel der befragten Unternehmen überhaupt ein Thema. Nichtsdestotrotz sind die Anwendungsfelder vielfältig, wie sich zeigt, wenn man nach der treibenden Kraft im Unternehmen fragt: neben der IT und dedizierten „Innovation Labs“ waren es vor allem Produktion, Einkauf und Materialwirtschaft, aber auch Vertrieb. Selbst innerhalb einer Branche werden oft die unterschiedlichsten Anwendungsfelder gesehen, im Energieversorgungssektor etwa Netzbetrieb, Energiehandel und -vertrieb.

Wird „an der IT vorbei“ gekauft?

Die treibende Kraft hinter den meisten aktuellen IT-Innovationsthemen sind also in der Regel Management und Fachbereiche – und nicht die IT selbst. Heißt das, dass „an der IT vorbei“ gekauft wird? Die Gefahren einer solchen „Schatten-IT“, insbesondere hinsichtlich Sicherheit und Datenschutz, aber auch steigender Komplexität und mangelnder Integrationsfähigkeit solcher IT-Insellösungen sind bekannt. Allerdings hat unsere letztjährige Studie für Arvato Systems, „Cloud- und Multi-Cloud-Nutzung in Deutschland“, recht deutlich gezeigt, dass der Einfluss der Fachbereiche auf IT-Investitionsentscheidungen signifikant wächst, der Einfluss der IT deswegen aber nicht zwingend sinkt.

Zwar werden die Budgets zunehmend durch die Fachbereiche bereitgestellt, alle Parteien scheinen aber verstanden zu haben, dass nur eine ganzheitliche Sicht, die sowohl funktionale und technische als auch organisatorische und regulatorische Dimensionen einschließt, Investitionen in neue Technologien nutzenbringend und risikoarm ermöglicht.

Der Frage, in welche Anwendungsfelder die genannten Unternehmensbereiche im Einzelnen investieren, werden wir an späterer Stelle nachgehen.

Hier geht´s zum Download der Studie.

PAC-Studie Innovationsfelder in Deutschland
Cloud, Big Data, IoT, künstliche Intelligenz, Blockchain – wie weit sind deutsche Unternehmen in der Umsetzung?

Arvato IT, Cloud, PAC Innovationsstudie

Dieser Frage ging das Marktanalyse- und Beratungsunternehmen Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag der Arvato Systems im Februar und März 2018 mit einer telefonischen Befragung zu Anwendungsfeldern, Investitionsplänen und Einstellungen zu den derzeit bestimmenden Themen der Digitalisierung – Cloud, Big Data, IoT, künstliche
Intelligenz und Blockchain – nach. Neben IT-Entscheidern wurden auch das Management und Fachabteilungen deutscher Unternehmen befragt, um unterschiedliche Sichtweisen zu betrachten.


Über den Autor des Beitrags:

Karsten Leclerque

 

 

Über PAC – a CXP Group Company:

Pierre Audoin Consultants (PAC) wurde 1976 gegründet und gehört seit Juni 2014 zur CXP Group, dem führenden unabhängigen europäischen Marktanalyse- und Beratungsunternehmen für die Software- und IT-Dienstleistungsindustrie sowie für Themen rund um die digitale Transformation. Wir bieten unseren Kunden umfassende Support-Services in der Bewertung, Auswahl und Optimierung ihrer Softwarelösungen sowie bei der Bewertung und Auswahl von IT-Dienstleistern und begleiten sie bei der Optimierung ihrer Sourcing- und Investitionsstrategien. Die CXP Group begleitet IKT-Entscheidungsträger bei ihrer digitalen Transformation. Schließlich steht die CXP Group Software- und IT-Dienstleistungsanbietern mit quantitativen und qualitativen Analysen sowie strategischer und operativer Beratung bei der Optimierung ihres Go-to-Market-Ansatzes zur Seite. Auch öffentliche Einrichtungen vertrauen bei der Entwicklung ihrer IT-Richtlinien auf unsere Studien. Mit 40 Jahren Markterfahrung, 17 Niederlassungen in weltweit 8 Ländern und 140 Mitarbeitern unterstützt die CXP Group jährlich mehr als 1.500 IKT-Entscheidungsträger und die operativen Unternehmensbereiche sowohl großer als auch mittelständischer Unternehmen und deren Provider. Die CXP Group besteht aus drei Gesellschaften: Le CXPBARC (Business Application  Research Center) und Pierre Audoin Consultants (PAC). Für weitere Informationen besuchen Sie uns auf www.pac-online.com und folgen Sie uns auf TwitterLinkedIn oder unserem Blog.

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